Literaturkreis

Birgit Elke Schumacher

Literaturkreis im Kunstverein ab September 2020

 

Geschichte im Buch: Archiv, Roman, Sachbuch

Kenah Cusanit: Babel

Valerie Luisella: Archiv der verlorenen Kinder

Geschichten sind die Mittel der Literatur, um die Geschichte anschaulich und interessant zu gestalten. Die deutschsprachige Autorin Kenah Cusanit führt uns nach Babylon, mit dem eigenwilligen Archäologen Koldewey, der das Ischtartor freilegte. Selbst Spezialgebiete wie die Archäologie können für viele Leserinnen und Leser interessant sein. Das bewies 1949 der Autor Ceram, der in Oldenburg für sein Buch Götter und Gelehrte recherchierte. Er schrieb einen Roman über die Geschichte des Fachs Archäologie.

Einzelne zeithistorische Ereignisse wie die Katastrophe von Fukushima hat Ruth Ozeki in der Geschichte für einen Augenblick vorgelegt. Die leisen Verwerfungen der Zeitgeschichte, wie der Strom der flüchtenden Kinder aus den Staaten des mittleren Amerikas, sind schwieriger zu fassen. Valeria Luiselli hat zu diesem Thema ein kunstvoll gebautes Werk vorgelegt.

Wir lesen zunächst das Buch von Valeria Luiselli. Danach das Buch von Kenah Cusanit. Ergänzt wird es durch Passagen aus dem Werk von Ceram.

Kenah Cusanit: Babel. Ein Roman, der um 1913 angesiedelt ist. Die Autorin, die unter Pseudonym schreibt und bereits für ihre Lyrik ausgezeichnet wurde, schreibt über die archäologischen Ausgrabungen in Babylon. Eine, ausgebildete Altorientalistin und Ethnologin. Hauptfigur des Romans ist Robert Koldewey, der aus seinem Arbeitszimmer auf die Ausgrabungsstätte blickt. Er hat den legendären Turm zu Babel ausfindig gemacht, der über Jahrhunderte die Forscher und Künstler beschäftigte. Im zweiten Teil ist er nach Berlin zurückgekehrt, das sich nach seiner langen Abwesenheit enorm verändert hat rasch wächst.

Ceram, Götter Gräber und Gelehrte, eventuell in Auszügen. Der Weltbestseller „Götter, Gräber und Gelehrte“ gilt als Wegbereiter des modernen Sachbuchs in Deutschland. Es gibt verschiedene Ausgaben, die nebeneinander verwendet werden können. Achtung! Die Neuausgabe von 2008 ist an entscheidenden Stellen stark verkürzt.

Eine sehr interessante meisterhafte Geschichte mit ungewöhnlichem Aufbau ist der Roman von Valeria Luisella. Die Übersetzung aus dem Englischen ist gerade erschienen: Archiv der verlorenen Kinder. Ort der Handlung sind die USA. Eine Patchworkfamilie ist auf dem Weg in das Stammland eines Apachenstammes. Das Paar wurde beruflich angefordert, um Soundscapes zu erstellen. Das sind Aufnahmen von ortstypischen Geräuschen. Auf dem Weg dorthin treffen sie Kinder, die sich auf dem Weg aus Mittelamerika in die USA gemacht haben. Thema ist nicht nur der Umgang mit Migranten, sondern auch die Spannung innerhalb der Familie. Die Kinder des Paares laufen davon, um den „verlorenen Kindern“ zu helfen.

Beginn: Der Literaturkreis startet am 10. September, und zunächst erstmal mit 5 Terminen, die dann um weitere Termine erweitert werden könnten. Geplant sind 10 Termine. Es gelten die dann aktuellen Vorschriften für Gruppen und Hygieneregeln. Ich bitte deshalb um vorherige Anmeldung, per Telefon oder Email. Kosten: 80 Euro bei zwei separaten Buchungen zu je 40 Euro. Bitte haben sie Verständnis dafür, dass die Gebühr mit Beginn des Kurses fällig wird und nicht zurückerstattet wird im Falle von höherer Gewalt, und dazu zählen auch die Auswirkungen der Pandemie.