Stehn Raupach

Entweder bin ich der Stuhl oder ich male ihn, weil ich es nicht weiß

Innenräume, Wartezimmer und immer wieder leere Stühle bestimmen die Bildwelten Stehn Raupachs. Die Malerei des in Frankfurt geborenen Künstlers thematisiert die Leere und die Zeit, Zustände des Wartens. So ist auch die Motivwahl Ergebnis eines intuitiven Aktes, auf den ein oft monatelanger Prozess des Malens folgt. „Das Bild diktiert, nicht ich“ (Stehn Raupach) Die instinktive Entscheidung für ein Motiv setzt Stehn Raupach mit einem Auftrag gleich, das Bild zu malen. Diesem Auftrag, dem er sich nicht entziehen kann, folgt zunächst die digitale Verfremdung und dann ein beinahe mechanisiertes Arbeiten. Auf diese Weise werden die Bildflächen zu einem rhythmischen Vibrationsraum, in dem sich jegliche Kontur zu verflüssigen scheint. Dem Blick, der auf der Suche nach festen Liniengefügen ist, verweigern diese Kompositionen den Halt. In seinen aktuellen Arbeiten findet Stehn Raupach zur Nahsicht: Die Bildfläche wird durch Ornamente und Muster bestimmt, wie sie uns von Tapeten oder Tischdecken vertraut sind. Das Motiv des leeren Stuhls wird damit neu verwoben und führt den Betrachter in rätselhafte Bildwelten.

Einführung: Bernd Reiß, Kurator MMK Frankfurt; Eva Weingärtner, Performance-Künstlerin Frankfurt