Silke Wagner

Die Überlegungen der Künstlerin Silke Wagner zu einem Projekt im Oldenburger Kunstverein basieren auf der Ausstellungspraxis des Kunstvereins in den ersten Jahren nach seiner Gründung im Jahr 1843. Aus finanziellen und organisatorischen Gründen war es kaum möglich, Originale auszustellen. Deshalb kam der Kunstverein zu dieser Zeit seiner Aufgabe mit der Ausstellung von Reproduktionen und Repliken nach. Der Frage der Form eines Kunstwerkes wurde weniger Bedeutung beigemessen als der dessen Gehaltes/Inhaltes. Auch nach 1945 wurden in Ausstellungen noch Reproduktionen großer Kunstwerke gezeigt.
Ausgehend von dieser Ausstellungspraxis aus der Anfangszeit des Oldenburger Kunstvereins werden 11 international bekannte Künstlerinnen mit jeweils einer Arbeit vorgestellt. Bei den gezeigten Arbeiten handelt es sich aber nicht um die Originale der Künstlerinnen, sondern um neue, von Silke Wagner produzierte, Arbeiten, die sich jeweils auf die „Original“-Arbeiten der Künstlerinnen beziehen.
Bei der Auswahl der Künstlerinnen und der aus ihrem Werk gewählten Arbeiten handelt es sich um eine subjektive Auswahl, die aber den Anfang der 1970er Jahre gefassten Plan des Kunstvereins, jährlich eine Ausstellung von international bekannten Künstlerinnen zu zeigen, aufnimmt.
Die Ausstellung COVERWORKS (NEW WORKS) „holt“ Künstlerinnen in den Oldenburger Kunstverein die für die Kunstgeschichte von zentraler Bedeutung sind und die Kunst des 21. Jahrhunderts mit beeinflusst haben. Gleichzeitig handelt es sich bei COVERWORKS (NEW WORKS) um eine Hommage an die jeweiligen Künstlerinnen und ihre Arbeiten. Gezeigt werden u.a. Sonia Delaunay, Eva Hesse, Nancy Graves, Sister Corita Kent, Barbara Hepworth, Giorgia O’Keefe, Meret Oppenheim, Niki de Saint Phalle.
„Wagners Arbeiten erschließen einen neuen Bereich jenseits der angestammten künstlerischen Medien und Aktionsfelder, sie schaffen Angebote für Kommunikation und Interaktion und schließen die Kunst an gesellschaftliche Entwicklungen an“, hat Marius Babias gerade in einer Kolumne für „Art Online“ über Silke Wagner geschrieben. Die Künstlerin sei damit „eine der substanziellsten Vertreterinnen ihrer Generation“.
Silke Wagner lebt in Frankfurt am Main. Die Künstlerin studierte an der Frankfurter Städelschule in der Klasse von Thomas Bayrle. Zu ihren wichtigsten Ausstellungen zählen die Beteiligungen an „German Open“ (Kunstmuseum Wolfsburg, 1998), „Arbeit Essen Angst“ (Kokerei Zollverein, Essen, 2001), „Das große Rasenstück“ (Nürnberg, 2006) und „Skulptur Projekte Münster“ (2007) sowie die Soloschau „Locals only?“ (Kunstraum München, 2004).