Eröffnung der Ausstellung: Freitag, 20.02. um 19.30 Uhr
Begrüßungen: Gertrude Wagenfeld-Pleister, Vorstandsvorsitzende
und Imke Kannegießer, Kuratorin
Einführung: Henning Strassburger, Berlin
Im Frühjahr 2026 präsentiert der OKV die erste große institutionelle Einzelausstellung der Malerin Babette Semmer (*1989, London, lebt und arbeitet in Berlin). Ausgangspunkt ihrer künstlerischen Praxis ist das fotografische Bild. Dafür eignet sie sich Bildmaterial aus z. B. Jugendzeitschriften, Seifenopern, Internetforen, privaten Fotosammlungen und mit dem Einsatz künstlicher Intelligenz an. Nach einer scharfsinnigen Analyse hinsichtlich des Ausschnitts, Aufbaus, ihrer Besonderheiten und Details, transferiert sie die Motive auf die mit Quarzsand grundierte Leinwand. Die Körnung erinnert an analoge Fotografie, gleichzeitig oszilliert ihre altmeisterlich anmutende Malerei zwischen Realismus und Impressionismus, zwischen Dokumentation und Narration. Die Malerei vibriert.
Durch die Kombination aus Motiv und dieser eigentümlich „aus der Zeit gefallenen“ Maltechnik, gelingt es Semmer, Stimmungen einer inneren und äußeren Welt abzubilden. Obwohl sie nicht weiter auf die ursprüngliche Bildherkunft eingeht, wird ein kollektives Bildgedächtnis angerufen. Ihre Werke eröffnen Fragen zur Fotografie, zur Malerei und zum Filmischen und setzen den erstmals in den 1990er Jahren aufkommenden Begriff des „Iconic Turn“ und die sich potenzierende Bildmacht unserer Zeit ins Zentrum.
Titelabbildung: Babette Semmer, Erin, 2025, Öl und Sand auf Leinwand, 40 × 30 cm. Courtesy the artist.
Die Ausstellung wird großzügig gefördert von:
Waldemar Koch Stiftung
Karin und Uwe Hollweg Stiftung
ARTHENA FOUNDATION
Der Oldenburger Kunstverein wird unterstützt von:
Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur
Stadt Oldenburg
Im Rahmen der „USA-Begegnungen“ der Stadt Oldenburg präsentiert der OKV Arbeiten von Evelyn Hofer und Laurenz Berges.
Evelyn Hofer (1922–2009) lebte seit 1946 bis 2005 in New York und schuf ikonische, erzählerisch beschreibende Bilder der US-amerikanischen Lebenswelt nach dem 2. Weltkrieg. Gezeigt werden Originalabzüge aus den Fotobüchern New York Proclaimed (1965) und The Evidence of Washington (1966) sowie weitere Arbeiten aus den 1950er bis in die 1970er Jahre.
Zu Beginn seiner künstlerischen Entwicklung war Laurenz Berges (1966) in den Jahren 1988/89 Fotoassistent bei Evelyn Hofer in New York. Auszüge seiner dort produzierten Werke Seagram Plaza und Park Avenue Mornings zeigen einen anderen Blick und bilden eine spannungsvolle Ergänzung zu Hofers Werk. Die auf Kodachrome-Filmmaterial aufgenommenen Arbeiten werden im Kubus in einer Installation mit Technik nach heutigen Standards präsentiert.
Diese „USA-Begegnungen“ stammen aus einer Zeit, in der Susan Sonntag über Fotografie als „Objekte der Melancholie“ schrieb: „Der Reiz von Fotografien, ihre Macht über uns, beruht darauf, dass sie uns gleichzeitig ein kennerhaftes Verhältnis ZUR Welt und ein unkritisches Einverständnis MIT der [Welt] versprechen.“ Doch das scheint long ago and far away.
Titelabbildungen: Evelyn Hofer, Forty-Second Street I, New York, 1964, © Estate of Evelyn Hofer, Courtesy Galerie m, Duisburg und Laurenz Berges, aus der Serie Park Avenue Mornings, 1988/89, VG Bild-Kunst 2025.
Die Ausstellung wird gefördert von:
Nord/LB Kulturstiftung
Niedersächsische Sparkassenstiftung und LzO
Kulturstiftung Öffentliche Oldenburg
Der Oldenburger Kunstverein wird unterstützt von:
Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur
Stadt Oldenburg
Ausstellungseröffnung 29.08. um 19.30 Uhr
Mit „Notes on Becoming“ wagt sich der OKV wieder einmal an eine Themenausstellung – diesmal aus der Perspektive der Künstlerinnen und Künstler sowie des entstehenden und werdenden Werkes. Obwohl uns der Begriff des kreativen Prozesses vertraut scheint, verdient seine konkrete Ausgestaltung eine nähere Betrachtung. Drei Aspekte stehen bei dieser Ausstellung im Fokus: Das Konzeptionelle des Prozesses, die Rolle des Materials beim Werden und der Entwicklung des Kunstwerkes und das Narrativ seiner Entstehung und Wirkung.
Präsentiert wird eine Vielfalt unterschiedlicher Positionen aus Skulptur, Zeichnung, Fotografie und Collage, die diese Aspekte des Werdens und der Wirkung von Kunst werken in nachvollziehbarer Weise veranschaulichen. „Alles fließt“ im OKV in den Werken von: Natacha Donzé, Katharina Grosse, Lena Henke, Gregor Hildebrandt, Jürgen Krause, Alicja Kwade, Philipp Modersohn, Paloma Proudfoot, David Reed, Karin Sander, Danh Vo, Anna Vogel, Thomas Wachholz, Grace Weaver, Heimo Zobernig.
Die Ausstellung wird ermöglicht durch die großzügige Unterstützung der Sammlung Stadler.
Titelabbildung: Anna Vogel – Ignifer XIII, 2020, Pigment Print, 30 x 42 cm, Auflage 3/5 + 2 AP, Courtesy the artist & Sammlung Stadler
Zur Ausstellungseröffnung spricht
Gertrude Wagenfeld-Pleister, Vorsitzende des Kunstvereins
Die Ausstellung wird unterstützt von:
Sammlung Stadler
Dr.-Lucca-Klaus-Stiftung. BVO-Bezirksverband Oldenburg
Detlef Knechtel Stiftung
Niedersächsische Sparkassenstiftung
Die Institution Oldenburger Kunstverein wird unterstützt von:
Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur
Stadt Oldenburg
mehr Informationen finden Sie hier
Johannes Raimann
Johannes Raimann nimmt die griechische Ursprungsbedeutung des Begriffs Photographie (phos — Licht; graphein — zeichnen) ernst. Er analysiert und visualisiert in seinen Arbeiten die Funktionsweise des photographischen Prozesses, die Wirkungen des Lichts, die verwendeten Materialien und die technischen Geräte. Unabhängig vom Motiv spiegeln die Bilder die technischen Möglichkeiten der gesellschaftlichen Situation, in der sie entstanden sind. Besonders ausdrucksstark zeigt Raimann diesen Zusammenhang in der Arbeit digital_camera, in der schematisch der Prozess einer modernen Systemkamera dargestellt ist. Das Video Scharfzeichner spürt der These nach, ob digitale Bilder Tabellen mit Farbwerten sind. Es zeigt anhand des Begriffs der Schärfe, wie sich unser Verständnis von Bildern verändert hat. Getreu dem Slogan „the medium is the message“ (Marshall McLuhan) reflektiert Raimann die Grundlagen der Photographie und gibt damit der Botschaft ihrer Bilder eine neue Perspektive.
Johannes Raimann, 1992 in Wien geboren, 2013 Studium der bildenden Kunst in Wien bei Gabriele Rothemann, ab 2017 bis 2021 Meisterschüler bei Marcel Odenbach an der Kunstakademie Düsseldorf.
Titelabbildung: Sensor of Impact 02 (Riss), 2025, Pigmentprint, kaschiert und gerahmt, 125 x 100 cm.
© 2025 Johannes Raimann, Düsseldorf, VG Bild-Kunst, Bonn. Courtesy und Photo: der Künstler
Ausstellungsansichten OKV, Johannes Raimann, Foto: Roman März, 2025
Zur Ausstellungseröffnung sprachen
Gertrude Wagenfeld-Pleister, Vorsitzende des Kunstvereins
Prof. Dr. Elisa Linseisen, Hamburg
Der Künstler wird unterstützt von:
Kunststiftung NRW
Die Ausstellung wird unterstützt von:
Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur
Stadt Oldenburg
OLB-Stiftung
Man kann Jonas Roßmeißl als den Sozialanalytiker unter den jungen Künstlern bezeichnen. In seinen Skulpturen und Konfigurationen verdichtet er technische und gesellschaftliche Zusammenhänge aus herrschaftskritischer Perspektive. So wird die Beeinflussung und Steuerung unserer Verhaltensweisen und Empfindungen durch Apparate und Informationen ästhetisch untersucht. Die in der IT bekannte und bei Serverproblemen ausgewiesene Fehlermeldung „504 Gateway Time-out“ deutet bereits auf einen subtilen Ausnahmezustand hin, der sich als wiederkehrendes Motiv durch die gezeigten Werke zieht. Die künstlerische Gestaltung ermöglicht eine über den nüchternen Blick des Sozialforschers hinausgehende empathische und bisweilen humorvolle Auseinandersetzung mit unserer Welt. Jedes der meistens unter Verwendung von Readymades zusammengesetzten und gestalteten Objekte hat seine eigene, tiefe Einblicke in unsere Lebensweise vermittelnde Story.
Jonas Roßmeißl (geb. 1995) lebt und arbeitet in Düsseldorf und Uttenreuth. Er studierte Medienkunst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig bei Peggy Buth und Clemens von Wedemeyer.
Der Saaltext ist unter folgendem Link zu finden:
Saaltext Jonas Roßmeißl Herdenmanagement
Die abstrakte Malerei wurde seit ihren Anfängen zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts als ein Bruch der klassischen Moderne mit der traditionellen Malerei verstanden. Daraus hat sich eine neue Tradition gebildet, die auch in der zeitgenössischen Kunst ihre eigenständigen Ausdrucksformen findet. Jenny Brosinski vertritt in der heutigen Generation abstrakter Malerinnen und Maler mit ihrer einzigartigen Verbindung von Expressivität und Minimalismus eine besondere und bedeutende Position. Ohne jede bestimmende Gegenständlichkeit ist ihre Malerei ein freier Entscheidungsprozess. In ihren Gemälden verwendet sie Ölfarbe, Holzkohle und Grafit. Da sie die Bilder nicht grundiert spielt auch die rohe Leinwand als Medium eine Rolle. Was Jenny Brosinski am Malen wirklich liebt, „sind die unerwarteten Wendungen und das Unerklärliche“. Die Bilder der Ausstellung werden durch von ihr geschaffene Keramikskulpturen begleitet.
Jenny Brosinski studierte an der Kunsthochschule Berlin Weißensee und beendete dort ihr Studium als Meisterschülerin. Sie lebt und arbeitet in Berlin und Blankensee.
Titelabbildung: © Jenny Brosinski
Ausstellungsansichten OKV, Jenny Brosinski, Foto: Roman März, 2024
zur Eröffnung sprachen: Gertrude Wagenfeld-Pleister, Vorsitzende des Kunstvereins und Matthias Kunz, München
Talisa Lallai & Conrad MüllerAm Ende einer leeren Terrasse irgendwo zwischen den Ausläufern der Alpen und einem italienischen See. Türkisfarbenes Wasser, trockener Stein und warmes Licht. Dem gegenüber steht eine graue gegenstandslose Fotografie, in der vordergründig das Rauschen dominiert. Die Ausstellung „Ciao!/Hellgelb“ von Talisa Lallai und Conrad Müller nimmt die betrachtende Person mit auf eine Reise sowohl in die Außenwelt der Fotografie, als auch in ihre Innenwelt.
Talisa Lallai ist als Tochter italienischer Eltern 1989 in Frankfurt/Main geboren und mit einer romantisch-idyllischen Vorstellung von Italien aufgewachsen. In ihren Bildern sucht sie nach Motiven, die diesem Bild der Heimat ihrer Eltern entsprechen, wohl wissend, dass sie damit ihr fiktives Heimatland nachstellt. Sie studierte an der Kunstakademie Düsseldorf von 2009 – 2016.
Conrad Müller, geboren 1983 in Blankenburg, erforscht künstlerisch die Beziehung von Bildern – speziell der Fotografie – und deren wahrnehmbare Realität im Raum. Im Oldenburger Kunstverein zeigt er ausschließlich Fotografien, die entweder gegenstandslos sind oder in denen vereinzelt Spuren und Hinweise auf die Außenwelt zu finden sind. Er studierte von 2014 – 2021 an der Kunstakademie Düsseldorf.
Die beiden Präsentationen zeigen unterschiedliche Facetten vom Wesen der Fotografie, beziehen Stellung und fordern unsere Wahrnehmung heraus.
Titelabb.: © Talisa Lallai, Conrad Müller
Ausst.Ansichten OKV, Talisa Lallai & Conrad Müller, Fotos: Conrad Müller 2024
zur Eröffnung der Ausstellung am Freitag, den 23. August 2024, sprachen:
Gertrude Wagenfeld-Pleister, Vorsitzende des Kunstvereins sowie
Sophie-Charlotte Opitz, Hamburg
mehr Informationen finden Sie hier: Jonas Roßmeißl. HERDENMANAGEMENT
Peppi Bottrop
Seinen Künstlernamen erhielt er während der Ausbildung an der Kunstakademie Düsseldorf – aus dem Studenten „Peppi aus Bottrop“ wurde Peppi Bottrop. Er verweist auf die Herkunft aus dem Ruhrgebiet und darüber hinaus auf die Assoziation einer Strukturkrise. Eine der zeitgenössischen Reaktionen auf die sozialen Auswirkungen der Krisen der Industriegesellschaft war die Punkbewegung. Deren ursprüngliche Kraft ist auch heute noch in Peppi Bottrops Bildern zu spüren. Sein Oeuvre geht weit darüber hinaus. Bottrop ist auch die Stadt des Meisters der geometrischen Abstraktion, Joseph Albers. So faszinieren Peppi Bottrops großformatige Bilder durch einen Stil, in dem Elemente „wilder Malerei“ und die Entwicklung und das Erkennen von Strukturen eine vollkommen eigenständige Formensprache ergeben. Stilprägend ist auch die Auswahl seiner Materialien: Kohle, Graphitstifte, Metallpigmente, Rostumwandler und Acryl entsprechend der Farbigkeit des „Rust Belts“. Die Ausstellung „Tropic of Bottrop“ ist eine Reflexion über Zerstörung, wucherndes Wachstum und die Entstehung neuer Komplexitäten und Ordnungen.
Peppi Bottrop, geboren 1986, lebt und arbeitet in Los Angeles, USA. Sein Studium, das er 2014 als Meisterschüler abschloss, führte von der Kunstakademie Düsseldorf bei Andreas Schulze über die Hochschule für bildende Künste, Hamburg, bei Jutta Koether, zurück nach Düsseldorf bei Albert Oehlen und Andreas Schulze.
Titelabb.: Peppi Bottrop, Lepidodendren, 2019
Kohle, Graphit und Acryl auf Leinwand, 230 x 165 cm
Courtesy the artist; Sies + Höke, Düsseldorf
Ausst.Ansichten OKV, Peppi Bottrop, Fotos: Tino Kukulies 2024
zur Eröffnung der Ausstellung am Freitag, den 03. Mai 2024 sprachen
Gertrude Wagenfeld-Pleister, Vorsitzende des Kunstvereins sowie
Tilman Kriesel, Hamburg
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