Schulprogramm

Schulprogramm für die Ausstellung LOCKVOGEL Renaud Regnery

Unser Schulprogramm soll Schüler*innen die Arbeiten von Renaud Regnery näherbringen. – Da die Arbeiten des Künstlers einige Anknüpfungspunkte (Stichworte: Collage, Malerei, Design) für den Kunstunterricht bieten, sprechen Sie uns bitte auch an, wenn Sie sich eine individuelle Einbindung in den Unterricht vorstellen können.

Ausgangspunkt der künstlerischen Arbeit von Renaud Regnery sind profane Tapeten oder Papiere, die als Massenware produziert werden. Tapeten, eigentlich Hintergrund an Wände, werden bei Regnery selbst zum Kunstwerk.  Damit enthebt er sie ihrer ursprünglichen Alltagsfunktion, Wertigkeit und Wahrnehmung. Jedem Design und Material der Tapeten widmet sich Regnery in anderer Weise und gestaltet so aus dem Massenprodukt äußerst subjektive und einzigartige Bilder. Mal setzt er die Materialien neu zusammen, mal nimmt er sie auseinander oder lässt das analoge Motiv durch digitale Elemente überlagern. Was durch die Bilder von Regnery entsteht, sind völlig neue Perspektiven auf das Material, auf dem sie basieren.

Klassen 3 – 6

Geschichten erzählen

In diesem Format geht es für die Kleinsten um eine gefühlsmäßige Heranführung an die Ausstellungsstücke. Zusammen wollen wir auf Abenteuerreise gehen: Die Kinder steuern bei der Betrachtung der Arbeiten Impulse sowie Beobachtungen bei und nähern sich der Kunst auf spielerische Weise.

1 Termin im OKV, ca. 60 min.

Ab Klasse 7 für alle Altersstufen planbar

Aus Masse mach eins: Kurz-Projekt-Challenge: ein Material, viele Collagen

Das in eine Führung integrierte Kurz-Projekt greift die Technik der Collage auf. Aus einzelnen Elementen eines Tapetenstücks wird ein neues Ganzes geschaffen. Um eine unterschiedliche Collagen aus nur einem Material anzufertigen, sind die Schüler*innen in Gruppen herausgefordert anders auf das Material zu schauen und durch reißen, flicken, überlagern diese Wahrnehmung in einem eigenen Bild Ausdruck zu geben.Die Collagen werden gelegt, per Handyfotografie festgehalten und können digital weiterbearbeitet.

  1. Führungstermin im OKV mit Kurz-Projekt vor Ort, ca. 90 min.

Malerische Bilder ohne malerische Mittel?

Renaud Regnery definiert sich als Maler, obwohl er keine klassischen Malmaterialien verwendet. Wie kann man malen, ohne einen Pinsel oder gar Farbe zu benutzen? Und ist so eine Arbeit noch Malerei? Wo sind die Grenzen der Malerei?

In der Betrachtung von Renaud Regnerys Bildern drängen sich diese Fragen geradezu auf, denn sie stellen der Wahrnehmung Fallen: Ist die Farbe gepinselt, gedruckt oder gar einem chemischen Auflösungsprozess seines Untergrunds geschuldet? Sowohl mit analogen als auch digitalen Mitteln testet er in seiner Arbeitsweise die Grenzen der Malerei aus und versucht sie dadurch im Zeitalter zunehmender Digitalisierung neu zu bestimmen. Es ist kaum zu unterscheiden, wo der Künstler mit einem Pinsel oder per Pixel gemalt hat. Doch das Ergebnis sind malerische Bilder, die nicht nur Rätsel aufgeben, sondern auch neue Perspektiven öffnen.

Wir möchten Ihnen Anregung zur Weiterarbeit in der Schule geben. Die Aufgabe lautet:

Stellt ein Bild her ohne malerische Mittel einzusetzen.

Wie Regnery in der Ausstellung zeigt, sind Öle ein sehr effektives Mittel, um Strukturen, kleine Bildflächen oder andere Druckerzeugnisse sichtbar auf Papier oder auch Stoff zu übertragen. Die Schüler*innen werden herausgefordert mit Lavendelöl ausgewählte Motive auf einen anderen Trägerstoff zu übertragen. Lavendelöl löst Druckfarbe farbstark aus dem Medium und gibt es intensiv auf Stoff oder Papier wieder.

Ein kleiner Tipp für die Druckkopie: Motive, gefunden im Internet (ausgedruckt mit Laserdrucker) oder in Tageszeitungen lassen sich problemlos mit dem Lavendelöl lösen.

  1. Führungstermin im OKV sowie Anregung für eine praktische Weiterarbeit in der Schule, ca. 60 min.

*****

Individuelle Führungen können unter T. 0441/27109 gebucht werden. Kosten 45 Euro zzgl. Eintritt / Mitglieder frei.

Weitere Informationen / Anfragen bitte an:
Dr. Natalie Geerlings
info@oldenburger-kunstverein.de